Neue Veröffentlichung von WHO und CultureForHealth zu Kunst und Gesundheit
Diese Woche wurde eine vom CultureForHealth-Projekt initiierte Veröffentlichung der Weltgesundheitsorganisation herausgegeben, in der wichtige Möglichkeiten aufgezeigt werden, wie künstlerische Aktivitäten zur Verbesserung der Gesundheit und des Wohlbefindens von gewaltsam vertriebenen Menschen beitragen können. „Kunst und Gesundheit: Unterstützung der psychischen Gesundheit von Menschen auf der Flucht“ Darüber hinaus enthält es Handlungsaufforderungen an alle, die an der Reaktion auf humanitäre Krisen beteiligt sind, darunter Gesundheitspersonal, politische Entscheidungsträger, Hilfskräfte, Kulturorganisationen, Kunsttherapeuten und Künstler.
Wie die Künste Gesundheit und Wohlbefinden verbessern
Neben der Stärkung des Selbstbewusstseins und der Förderung gesunder Verhaltensweisen haben sich künstlerische Aktivitäten auch als hilfreich für die soziale Integration erwiesen und geben – was besonders wichtig ist – Hoffnung. Für Vertriebene, insbesondere für diejenigen, die erhebliches Leid erlitten haben, können künstlerische Aktivitäten für die Verbesserung von Gesundheit und Wohlbefinden relevant sein, indem sie zahlreiche verschiedene psychologische, verhaltensbezogene und soziale Prozesse in der vertriebenen Bevölkerung und ihren Aufnahmegemeinschaften fördern.
Der Bericht enthält eine Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse und Synthesen zur Bedeutung von Kultur und Kunst für das Wohlergehen gewaltsam vertriebener Menschen.
1. Schätzungsweise 84 Millionen Menschen wurden im Jahr 2021 weltweit vertrieben. Allein der Krieg in der Ukraine zwang im ersten Halbjahr 11.9 über 2022 Millionen Menschen, ihre Heimat zu verlassen.
2. Künstlerische Aktivitäten unterstützen nicht nur die Bewahrung der persönlichen Identität, des Erbes und der Erfahrung, sondern können auch zum psychischen, verhaltensbezogenen und sozialen Wohlbefinden beitragen.
3. Der künstlerische Ausdruck und seine Varianten können ein wirksames Instrument zur Förderung der sozialen Inklusion, des sozialen Zusammenhalts, der sozialen Akzeptanz und der Zugehörigkeit für gewaltsam vertriebene Personen und ihre Aufnahmegemeinschaften sein.
4. Kultur ist ein wichtiger Indikator für die Widerstandsfähigkeit, Gesundheit und das Wohlbefinden einer Gemeinschaft und trägt dazu bei. Daher spielen Kunst und Kultur eine wichtige Rolle für das Wohlbefinden und den sozialen Zusammenhalt sowohl der gewaltsam vertriebenen Menschen als auch ihrer Aufnahmegemeinschaften.
Handlungsaufforderungen
Wie in der Veröffentlichung erläutert, sollten Menschen, die nach Möglichkeiten suchen, Zwangsvertriebene zu unterstützen, dies in Zusammenarbeit und Abstimmung mit Akteuren der psychischen Gesundheit und psychosozialen Unterstützung tun, um sicherzustellen, dass die Aktivitäten auf den vor Ort ermittelten Bedürfnissen basieren und an die lokale Kultur angepasst sind. Handlungsaufforderungen umfassen:
– Investitionen in die Künste bedeuten Investitionen in die Verbesserung der gesellschaftlichen Integration und des gesellschaftlichen Zusammenhalts und können zum psychischen Wohlbefinden aller beitragen.
– Kunst- und Kulturaktivitäten können einen wichtigen Teil einer organisierten Reaktion auf die psychische Gesundheit und psychosoziale Unterstützung bilden.
– Kulturelle und gemeinschaftliche Vermögenswerte können eine wichtige Rolle bei der Unterstützung der Gesundheit und des Wohlbefindens von Zwangsvertriebenen spielen.
– Künstlerische Methoden und Praktiken können zum Kompetenzaufbau der an humanitären Hilfsmaßnahmen Beteiligten beitragen.
Gemeinsam können Gesundheitsfachkräfte, politische Entscheidungsträger, Hilfskräfte, Kulturorganisationen, Kunsttherapeuten und Künstler auf diese Handlungsaufforderungen reagieren, um mehr Menschen über die Vorteile künstlerischer Aktivitäten in ihrer Arbeit aufzuklären und sie dafür zu gewinnen.
Über diese Veröffentlichung
Diese Veröffentlichung wurde vom CultureForHealth-Projekt initiiert, das von der Europäischen Union kofinanziert und von Culture Action Europe geleitet wird. Zu den wichtigsten Mitwirkenden zählen das WHO Collaborating Centre for Arts and Health des University College London, die Arts and Health Initiative der New York University sowie das Nuffield Department of Population Health der University of Oxford.
Über CultureForHealth
CultureForHealth ist ein von der Europäischen Kommission kofinanziertes Projekt mit Partnern aus ganz Europa: Culture Action Europe, Trans Europe Halles, Central Denmark Region, The Northern Dimension Partnership on Culture, Cluj Cultural Centre und Društvo Asociacija.
CultureForHealth bringt Forscher, Praktiker und politische Entscheidungsträger zusammen, um Wissen, Forschung und Feldarbeit zu generieren und so sektorübergreifende Zusammenarbeit und politische Maßnahmen anzustoßen, die das Wohlbefinden durch Kultur steigern. Die Initiative wird außerdem sechs Pilotprojekte in Dänemark, Italien, Rumänien, der Slowakei und Slowenien einführen, die auf „Management und Behandlung“ von Krankheiten sowie „Prävention und Förderung“ für verschiedene Lebensabschnitte und Altersgruppen abzielen.
Kontakt
Für mehr Informationen, kontaktieren sie bitte:
Projektleiter CultureForHealth:
Kornelia Kiss, Projekt- und Betriebsleiterin, Culture Action Europe.
Operations@cultureactioneurope.org
Forschungsleitung CultureForHealth:
Rarita Zbranca, Central Cultural Clujean, Programmdirektorin