Zum Inhalt

Adeste + Europäische Konferenz | Eine neue Vision für Kultur?

Die zweite Folge der Europakonferenz 2020 fand am 7. September statt. Diesmal lautete das Thema „Eine neue Vision für die Kultur? Integrität, Richtung und Relevanz“. In dieser Sitzung wurde untersucht, ob ein Gleichgewicht gefunden werden kann, und gleichzeitig wurden Konzepte wie Populismus, Elitismus, Ungleichheit und Demokratie behandelt.  Sajida CarrArjoKlamerFrancois MatarassoGoran TomkaAna ZuvelaPhilipp Dietachmair,  Davor Mišković,  Lana PavlovićAleksić und  Macarena Cuenca nahm an der zweiten Folge der Konferenzserie teil.

Francois Matarasso und Sajida Carr sprachen zunächst über kulturelle Teilhabe und warum sie wichtig ist. Teilhabe ist keine Mode, sondern ein Kampf. Die kulturelle Teilhabe hat gewonnen, weil sie normal geworden ist. Bei kultureller Teilhabe ist die Frage nicht mehr, ob Menschen teilnehmen sollten, sondern wie.

Die widersprüchlichen Vorstellungen von Demokratisierung der Kultur und kultureller Demokratie bleiben für Politik und Praxis von zentraler Bedeutung. Einerseits basiert die traditionelle Vorgehensweise kultureller Institutionen mehr auf Aneignung als auf Anerkennung, während andererseits die Perspektive kultureller Demokratie (die auf Werten wie Inklusion, sozialem Engagement, Nachhaltigkeit, Teilen, Fürsorge usw. beruht) kulturelle Organisationen ins Unbekannte führt, zu Prozessen, bei denen man nie weiß, was das Ergebnis sein wird.

Was ist der Grund für die mangelnde Beteiligung an der Kultur? In „Doing the Right Thing: A Value Based Economy“ (2017) entwickelt Arjo Klammer einen wertorientierten Ansatz für die Wirtschaft im Allgemeinen und Kunst und Kultur im Besonderen. Um den wertorientierten Ansatz zu verstehen, muss man sich auf zwei Hauptkonzepte konzentrieren: gemeinsame Praktiken und die Bereitschaft, einen Beitrag zu leisten.

Der Kultursektor beschäftigt sich nicht mit dem Publikum, sondern mit Teilnehmern oder Mitwirkenden. Diese Annahme sollte den gesamten traditionellen Ansatz ändern. Wie bestimmen Kulturinstitutionen, was für ihre Stakeholder, ihre Mitwirkenden oder ihre Teilnehmer wichtig ist? Sie müssen herausfinden, wie sie herausfinden und bewerten können, was für ihre Mitwirkenden wichtig ist. Dann können diese ihre Bereitschaft zeigen, zu den gemeinsamen Praktiken beizutragen, die Kulturorganisationen zuvor für sie identifiziert haben.

Goran Tomka hat das Konzept der „intimen Kultur“ angesprochen. Es besteht ein dringender Bedarf für Kunst- und Kulturschaffende, über Institutionen hinauszudenken und sich intime Räume für das Gemeinschaftsleben auszudenken. Wie können wir die Rolle kultureller Institutionen überdenken, die nicht nur den öffentlichen, sondern auch den intimen Raum einbeziehen? Die Idee der intimen Kultur birgt ein enormes Potenzial für die Entwicklung neuer Verbindungen mit Gemeinschaften, aber wir haben immer noch ein Kultursystem, das auf der Idee der Kulturindustrien basiert.

Auch dieses Mal drehte sich die Debatte um die Konzepte der Partizipation und des institutionellen Wandels. Sind Kulturinstitutionen bereit, sich zu verändern? Ist radikaler Pluralismus der Weg zur Demokratisierung der Kultur? Die Spannung zwischen kultureller Demokratisierung und kultureller Demokratie spiegelt die institutionelle Zurückhaltung gegenüber Veränderungen wider. Doch das Ziel von Adeste Plus ist es, Veränderungen in Kulturinstitutionen herbeizuführen.

 

Folge 2 – Panel-Sitzung – Eine neue Vision für Kultur? Integrität, Richtung und Relevanz ab Adeste Plus on Vimeo.

 

 

#Kulturdemokratie